Das selbstständige Auto

November 2018 | Capital | Company Cars

Das selbstständige Auto

Die Digitalisierung zieht auch an den Dienstwagen nicht vorbei. Anbei eine kleine Auswahl der gängigen Gadgets.

Illustration: Vanessa Melzner
Mirko Heinemann / Redaktion

Digitaler Autoöffner
Per Smartphone-App das Auto öffnen – diese Funktion kann leicht nachgerüstet werden. Dazu braucht der Wagen nur einen OBD-2-Stecker. Er ist in allen neueren Fahrzeugen verbaut und dient normalerweise zur Diagnose der Motordaten. Meistens sitzt er im Fußraum der Fahrerseite oder unter der Mittelkonsole. Ein Adapter wird dort an den vorgesehenen Anschluss gesteckt und sorgt für eine Verbindung zum Smartphone entweder via Bluetooth oder WLAN. OBD-Module mit Öffnungsfunktion sollten in jedem Fall von einer Fachwerkstatt eingebaut werden.

 

Digitales Fahrtenbuch
Ein elektronisches Fahrtenbuch erleichtert die Arbeit des Flottenmanagers enorm. Gängige Systeme speichern Kilometerstände, Zeiten und Adressen und liefern finanzamtkonforme Abrechnungen. Manche können sogar selbstständig den Fahrer erkennen. Bei den Systemen sollte auf hohe Datenschutz-Standards geachtet werden. Viele elektronische Fahrtenbücher können einfach über den OBD-Stecker (siehe „Digitaler Autoöffner“) nachgerüstet werden. Alternative Anbieter geben zu bedenken, der OBD sei nicht dafür gedacht, im Dauerbetrieb technische Systeme zu betreiben. Sie befürchten Störungen der Bordelektronik.
 

Einparkassistent
Die einfachste Form ist die piepende Einparkhilfe mit Sensor am Heck. Inzwischen gibt es jedoch auch selbstständig einparkende Systeme. Bei automatischem Getriebe wechseln sie sogar den Gang. Premiumhersteller bieten das „Remote Parking“ an. Dabei muss der Fahrer nicht mehr im Auto sitzen, sondern aktiviert den Parkvorgang per App oder Schlüssel. Günstigere Systeme können Parklücken vermessen und erkennen, ob sie groß genug für das eigene Auto sind. Beim Einparken lenken sie selbständig und geben dem Fahrer Anweisung, zu stoppen, rückwärts oder vorwärts zu fahren.

 

Teilautonomer Fahrassistent
Ein vollständig selbstständig fahrendes Auto gibt es noch nicht auf dem Markt. Derzeit bieten Hersteller das teilautonome Fahren an. Die Systeme sind unterschiedlich weit entwickelt und bedürfen bestimmter Voraussetzungen. Manche Systeme können sogar schon alleine überholen, wenn man den Blinker setzt. Ein Stauassistent regelt den Motor über einen Tempomat, bremst und lenkt selbstständig. Voraussetzung ist ein Automatikgetriebe. Alleine fahren können und dürfen Autos noch nicht. Der Fahrer ist verantwortlich und muss jederzeit reagieren können. Deshalb sollte immer eine Hand am Lenkrad bleiben. Entsprechende Sensoren warnen den Fahrer.

 

Sprachassistent
Die Tipperei auf kleinen Navi-Bildschirmen, Gefummel an Heizung, Scheibenwaschanlage oder Beleuchtung während der Fahrt ist nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich. Sprachassistenten sind hierfür die beste denkbare Usability-Lösung: Die Hände bleiben am Lenkrad, der Blick nach vorn gerichtet und die Sprachbefehle werden intuitiv gegeben. Auf der jüngsten Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas waren digitale Sprachassistenten der Hit. Einzelne Premiumhersteller bieten bereits Lösungen an. ■