Das neue Haus der Energiewelt

Juni 2019 | Handelsblatt | Zukunft Energie

Das neue Haus der Energiewelt

VNG-CEO Ulf Heitmüller spricht über Wind, Sonne und grüne Gase

Ulf Heitmüller, CEO der VNG AG
VNG AG / Unternehmensbeitrag

Gut ein Jahrhundert haben wir unser Haus der Energiewirtschaft in einer Welt wachsender CO2-Emissionen eingerichtet. Wir als Gaswirtschaft gehörten zum festen Inventar. Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, müssen wir aktiv werden und zügig in eine immer CO2-ärmere Umgebung umziehen.

 Obwohl das neue Haus der Energiewelt noch gar nicht fertig ist, bereiten wir derzeit den Umzug vor. Und dass, obwohl sich der konkrete Bauplan noch in der Abstimmung befindet. Immerhin: Das neue Haus wird über solide Fundamente verfügen. Sonne und Wind liefern die große Masse des erneuerbaren Stroms. Gas, heute noch weitgehend fossil, liefert im Zusammenspiel mit seiner Infrastruktur die notwendige Stabilität. Der weitere Bau erfolgt nun gemäß den Beschlüssen der Pariser Klimakonferenz.

Die ersten Entwürfe des neuen Hauses offenbarten nicht, wie wir die Versorgung an 365 Tagen im Jahr 24/7 in den Griff bekommen. Wie schaffen wir Versorgungssicherheit in Zeiten der Dunkelflaute? Wie können wir Wärme für private Haushalte, Gewerbe und Industrie in ausreichender Menge und zu bezahlbaren Preisen CO2-neutral bereitstellen? Die Antworten auf diese Fragen sind entscheidend. Für die Energiewende. Für das Klima. Aber auch für die Zukunft der Gaswirtschaft.


Die laufende Bauplanung wird begünstigt: durch technische Innovatio-nen, durch seit Jahren sinkende Gestehungskosten für Strom aus Sonne und Wind sowie durch eine effektive Steuerung dank der Digitalisierung. Diese Bedingungen schaffen den Rahmen für die Fertigstellung des neuen Hauses und für den Umzug. Einen Umzug, der nicht an einem Tag von statten gehen wird. Noch ist Erdgas als CO2-armer Energieträger im Zuge des Kohleausstiegs und in der Wärmeversorgung unverzichtbar, um die Klimaziele zu erreichen. Die Infrastruktur dafür bringen wir mit. Ein über 500.000 km langes Gasnetz und Kavernen mit einem Volumen von 24 Mrd. m3 ermöglichen sowohl Klimaschutz als auch Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Unser Bauplan sieht vor, schrittweise Erdgas durch CO2-neutrales Gas wie Biogas und Wasserstoff zu ersetzen. Mit diesen grünen Gasen erhält die Architektur der neuen Energiewelt den letzten Schliff. Die Entwicklung grüner Gase ist ein Gemeinschaftswerk von Forschung, Wissenschaft, Anlagenbau und Gaswirtschaft. Auf der Baustelle des neuen Hauses entwickeln wir Innovationen. Innovativ können aber nur diejenigen sein, die bereit sind, Fehler zu machen.

Wir haben einen Plan. Die gesamte Branche und wir als VNG arbeiten mit unserer Strategie „VNG 2030+“ mit Hochdruck daran, der Energie aus Sonne und Wind die idealen Partner an die Seite zu stellen. Wir müssen gemeinsam dafür Sorge tragen, dass der vorbereitete Bauplan des neuen Hauses der Energiewelt stetig weiterentwickelt wird und auf gesellschaftliche Akzeptanz stößt. Auch wenn der Bau noch eine ganze Weile dauern wird und wir einzelne Teile sogar noch während der Einrichtung wieder umbauen müssen: Der eingeschlagene Weg ist richtig und zu unser aller Vorteil.

 


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