Februar 2017 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Neue Laser für mehr Seh- und Lebensqualität

Laser sind in der Augenchirurgie nicht mehr wegzudenken. Augenchirurg Dr. Kaymak stellt zwei neue Laserbehandlungen vor, die vielen Patienten helfen.

Dr. med. Hakan Kaymak, leitender Operateur der Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie für den Bereich Netzhaut-, Makula- und Glaskörperchirurgie
Breyer, Kaymak & Klabe Augenchirurgie / Unternehmensbeitrag

Herr Dr. Kaymak, was ist eine Makula-degeneration und wen betrifft sie in der Regel?
Die Makula, auch gelber Fleck genannt, sorgt dafür, dass wir scharf sehen. Die Makuladegeneration geht von der Pigmentschicht der Netzhaut aus, die in die fotochemischen Prozesse des Sehvorgangs eingebunden ist. Bei diesen Prozessen fallen Stoffwechselprodukte an, die von der Pigmentschicht verarbeitet werden müssen. Mit zunehmendem Alter findet dieser Stoffwechsel nicht mehr in ausreichendem Maße statt und es kommt zur Ablagerung kleiner Partikel, sogenannter Drusen, in der Pigmentschicht der Netzhaut.

Welche Symptome sind damit verbunden?
Alles, was wir mit den Augen fixieren – beispielsweise dieses Interview gerade – wird auf der Makula abgebildet. Die Makuladegeneration beeinflusst also in erster Linie die Sehschärfe. Erste Symptome sind deshalb eine verschwommene und verzerrte Wahrnehmung im zentralen Sichtfeld. Patienten fällt beispielsweise das Lesen schwer oder aber sie erkennen Personen auf der Straße nicht mehr. Im Verlauf der Erkrankung schreitet dieser Sehverlust dann immer weiter fort. Wobei zwischen einer trockenen und einer feuchten Makuladegeneration unterschieden werden muss.

Wie unterscheidet sich die trockene von der feuchten Makuladegeneration?
Die feuchte Makuladegeneration entwickelt sich aus der trockenen und ist schwerwiegender. Dann tritt Flüssigkeit heraus, die zum abrupten Sehverlust führen kann. Tückisch ist, dass man nicht vorhersagen kann, wann aus einer trockenen eine feuchte Makuladegeneration wird. Gemein ist beiden Formen jedoch, dass beim Fortschreiten der Erkrankung ein aktives, selbständiges Leben oft nicht mehr möglich ist.

Wie kann die Makuladegeneration behandelt werden?
Eine neue Nanolasertherapie ist tatsächlich die erste verfügbare Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration. Wichtig ist, dass diese Behandlung im Frühstadium der trockenen Makuladegeneration erfolgt, da dann die Erfolge am größten sind. Erste Studien zeigen, dass dank der Lasertherapie in 44 Prozent der Fälle die von Drusen besetzte Fläche der Makula reduziert werden konnte. Zudem senkt die Behandlung das Risiko. 67 Prozent der Patienten fielen aufgrund der Therapie aus der Hochrisikogruppe heraus. Und besonders in dieser Gruppe, also bei Patienten die zu erblinden drohen, verbesserte sich die Sehqualität im behandelten und sogar etwas im nicht behandelten Auge.

Was genau passiert bei der Therapie mit dem Nanosekundenlaser?
Es handelt sich hierbei um eine besonders schonende Therapie, da sie mit kaltem Licht erfolgt und damit die Netzhaut nicht schädigt. Vereinfacht ausgedrückt, wird der Stoffwechsel der Pigmentzellen durch den Laser wieder angeregt, sodass die Ablagerungen abtransportiert werden können. Zudem ist die Nanolasertherapie auch für Diabetiker geeignet, da sie ebenfalls die Minderversorgung der Netzhaut verbessert.

Kann ein so schonendes Verfahren auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden?
Seit einiger Zeit setze ich den Nanosekundenlaser auch bei der Chorioretinopathia Centralis Serosa, kurz CCS, ein und habe damit sehr gute Erfolge erzielen können. CCS ist eines meiner Spezialgebiete. Es handelt sich dabei um eine für jüngere Menschen typische Netzhaut-
erkrankung, bei der eine Ansammlung von Flüssigkeit unter der Netzhaut eine Netzhautabhebung verursacht. Die Ursachen dieser Erkrankung sind noch nicht vollständig geklärt. Wir wissen jedoch, dass Männer vier Mal so häufig erkranken wie Frauen. Auch hier zählen ein verschwommenes und verzerrtes Sehen zu den Symptomen.

Ihre Praxis ist aber nicht nur mit dem Nanosekundenlaser auf dem neusten Stand, Sie bieten Patienten auch als eine der ersten Praxen Zugang zur sogenannten Laser-Vitreolyse. Was verbirgt sich dahinter?
Dahinter verbirgt sich ein nicht-invasives Verfahren zur Behandlung von Glaskörpertrübungen, die auch Floater oder Mouches volantes, „fliegende Mücken“, genannt werden. Diese Trübungen sind zwar meist ungefährlich, können die Seh- und damit die Lebensqualität jedoch stark einschränken. Der Glaskörper befindet sich zwischen Linse und Netzhaut. Seine gallertartige Masse ist in jungen Jahren noch glasklar. Damit kann Licht ungehindert auf die Netzhaut fallen. Im Laufe des Lebens entmischt sich der Glaskörper jedoch und schrumpft. Dabei löst er sich von der Netzhaut, was zur Wahrnehmung von kleinen Punkten oder Fäden führt, die im Gesichtsfeld zu schweben scheinen und deshalb als Floater oder Mouches volantes bezeichnet werden.

Und die Laser-Vitreolyse kann diese Floater beseitigen?
Die extrem kurzen Laserpulse werden hochpräzise auf die einzelnen Floater im Glaskörperraum gerichtet und lösen diese Gewebeklumpen damit auf beziehungsweise zerschneiden sie. Für viele Patienten ist das eine große Erleichterung, denn die Laser-Vitreolyse kann in vielen Fällen angewandt werden, in denen ansonsten nur eine Glaskörperoperation, eine Vitrektomie, geholfen hätte. Die Laser-Vitreolyse führen wir ambulant durch. Sie ist schmerzfrei und birgt deutlich weniger Risiken als eine Vitrektomie. Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung bilden wir gemeinsam mit meiner Kollegin Frau Dr. Roxana Fulga Augenärzte aus ganz Europa aus.

Sie bieten Ihren Patienten schon heute eine Vielzahl modernster Behandlungsmöglichkeiten. Planen Sie weitere Neuerungen?
Ich glaube, der große Vorteil unserer Gemeinschaftspraxis liegt darin, dass jeder der leitenden Operateure sein Spezialgebiet hat und wir unserern Patienten deshalb in so vielen Bereichen die neusten und effizientesten Behandlungsmöglichkeiten anbieten können. Mein Kollege Dr. Karsten Klabe ist beispielsweise einer der führenden Experten in Deutschland, wenn es um minimalinvasive Glaukomchirurgie (Operation des Grünen Stars) mit kleinsten Implantaten geht. Mein Kollege Dr. Detlev Breyer bietet die Operation des Grauen Stars mit dem Femto-Sekundenlaser an – ein Verfahren, das schonender und sicherer für den Patienten ist.