Chancen einer personalisierten Krebsmedizin

Oktober 2018 | Die Zeit | Zukunft Medizin

Chancen einer personalisierten Krebsmedizin

Komplexe Tumoranalytik, wissenschaftsbasierte Klinikstrukturen und die Finanzierung von Innovation sind die größten Herausforderungen um Krebs zu besiegen

PROF. DR. HARTMUT JUHL,CEO, Indivumed
INDIVUMED GMBH / Unternehmensbeitrag

40 Jahre medizinische Forschung tragen endlich Früchte. Unser exponentiell zunehmendes Verständnis der Erkrankung Krebs eröffnet heute Therapieoptionen, von denen man vor 15 Jahren in der Vielfalt und Spezifität noch nicht zu träumen wagte.


Wir wissen heute, dass DNA-Schädigungen den Ausgangspunkt einer Krebserkrankung bilden. Hierauf aufbauend führen u.a. Veränderungen regulativer zellulärer Signalwege, die Blockade selbstheilender Regulationsmechanismen und des körpereigenen Immunsystems sowie zahlreiche weitere Faktoren zum Krankheitsbild Krebs.

Seit wenigen Jahren erst entwickeln wir in rasender Geschwindigkeit in diese Veränderungen eingreifende Wirkstoffe und erste Erfolge stellen sich ein - noch bei (zu) wenigen, aber unübersehbar.

Für eine erfolgreiche Krebsmedizin wird es entscheidend sein, dass wir die individuelle Komplexität einer Krebserkrankung erfassen, d.h. zellbiologische Veränderungen des einzelnen Patienten verstehen und Wirkstoffe gezielt anwenden. Nur hierdurch können individuell Behandlungserfolge regelhaft erreicht werden, da ein Wirkstoff nur wirken kann, wenn der Angriffspunkt tatsächlich in behandelbarer Weise vorhanden ist. Zugleich würden weniger Patienten mit unsinnigen Nebenwirkungen belastet. Die dazu notwendigen komplexeren und aussagekräftigeren Diagnostikverfahren werden dennoch bisher nicht durch die Krankenkassen erstattet. Dies ist umso schwerer zu verstehen, da durch eine gezielte Anwendung nur bei denjenigen, bei denen auch ein Therapieeffekt zu erwarten ist, Kosten eingespart werden und damit medizinischer Fortschritt finanzierbar wird. Erschwerend kommt hinzu, dass komplexe Analyseverfahren neue Wissenschaftsbasierte Klinikstrukturen benötigen und IT-basierte Lösungen eingebunden werden müssen, die bisher nicht zur Standarddiagnostik gehören.


Die schnelle Überführung des aktuellen, exponentiell zunehmenden Wissensstandes in die medizinische Behandlung ist deswegen die größte Herausforderung, zumal der Abstand zwischen dem aktuellen Wissen um Behandlungsoptionen und der tatsächlichen Routinetherapie immer größer wird.


IndivuTest GmbH, ein Tochterunternehmen der Indivumed GmbH, das sich auf die Übertragung des neuesten Wissensstandes zur personalisierten Krebstherapie spezialisiert hat, publizierte kürzlich in einer multizentrischen Studie, dass die konsequente Umsetzung wissenschaftlicher Kriterien für eine komplexe Krebsgewebediagnostik in der Routineonkologie möglich und erfolgreich ist. Bei Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung, bei der keine Standardtherapie mehr verfügbar war, konnte durch eine differenzierte, wissenschaftlich begründete Medikamentenauswahl sogar in einigen Fällen eine vollständige Tumorrückbildung über einen Zeitraum von bis zu 4 Jahren erreicht werden (Samsen et al., Oncotarget 2018).


Wir können also viel mehr und dies effizienter erreichen, wenn das System Innovation zulässt. Hier liegt die wirkliche Herausforderung für die Zukunft der Medizin.


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