Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

Juli 2016 | Die Zeit | Gesundheit & Volkskrankheiten

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

Beitrag von Dr. Siegfried Eckert; Kardiologe, Angiologe, Diabetologe und Bluthochdruckspezialist am Herz- und Diabeteszentrum NRW

Dr. Siegfried Eckert; Kardiologe, Angiologe, Diabetologe und Bluthochdruckspezialist am Herz- und Diabeteszentrum NRW
Herz- und Diabeteszentrum NRW / Unternehmensbeitrag

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

 

Im Alter verlieren die Blutgefäße ihre Fähigkeit, sich zu dehnen, sie werden steifer.  Der Verlust der Gefäß-elastizität ist ein frühes Zeichen einer beginnenden Gefäßerkrankung, der Arteriosklerose. Wer unter Diabetes, einer Fettstoffwechselstörung oder Bluthochdruck leidet oder Raucher ist, trägt ein zusätzliches Risiko. Lebensstiländerungen können häufig ein Fortschreiten der Erkrankung verhindern.Wie elastisch die Gefäße noch sind, stellt der Facharzt fest, wenn er die Geschwindigkeit der Pulswelle in den Arterien misst. Dr. Siegfried Eckert (Foto), Kardiologe, Angiologe, Diabetologe und Bluthochdruckspezialist am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen, empfiehlt die Pulswellenmessung zur Früherkennung der Arteriosklerose:  „Wissen- schaftliche Untersuchun-gen zeigen, dass eine zu hohe Pulswellengeschwindigkeit auf eine zu geringe Elastizität der Gefäße hinweist. Dieses Risiko wollen wir so früh wie möglich erkennen.«  Darauf weisen auch die Fachgesellschaften in ihren Leitlinien insbesondere bei hohem Blutdruck hin.  

 

Risiko Bluthochdruck

 

Arteriosklerose ist eine Erkrankung der Schlagadern, die durch Ablagerungen von Blutfetten, Thromben, Bindegewebe und Kalk in den Arterien verursacht wird. Daher spricht man auch von Arterienverkalkung, die sich oft über viele Jahre nicht bemerkbar macht. Die schweren Folgeerscheinungen der Arteriosklerose wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind die häufigsten Todesursachen in den westlichen Industrienationen.  Auch die als „Schaufensterkrankheit“ bekannten Beschwerden werden durch Einengungen in den Beingefäßen verursacht.

 

„Je früher wir das kardiovaskuläre Risiko erkennen und analysieren, umso besser können wir gezielt behandeln und vorbeugen,“ betont Dr. Eckert. Die Messung erfolgt mit Blutdruckmanschetten und speziellen Geräten. Mit einer gesunden Lebensführung können Betroffene zudem viel für ihre Gefäße tun. Eine ausgewogene Ernährung, aktive Bewegung und der Verzicht auf Nikotin zählen zu den wichtigsten Maßnahmen.  Medikamente können ebenfalls dazu beitragen, dass die Arteriosklerose nicht weiter fortschreitet. 

 

 

Die Pulswellenanalyse gibt wichtige Hinweise auf die Elastizität der Gefäße. Ablagerungen in Gefäßen und den Halsschlagadern können aber nicht erkannt werden. Hierzu empfiehlt sich eine Ultraschalluntersuchung. Wichtig: die Kosten für die Pulswellendiagnostik werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen. 

 

Dr. Siegfried Eckert; Kardiologe, Angiologe, Diabetologe und Bluthochdruckspezialist am Herz- und Diabeteszentrum NRW