Eine Welt, in der Arbeit zur Leidenschaft wird: Recruiting neu gedacht

September 2018 | Wirtschaftswoche | Unternehmertum

Eine Welt, in der Arbeit zur Leidenschaft wird: Recruiting neu gedacht

Wer in seinem Job aufgeht und tolle Kollegen hat, ist produktiver und bleibt länger im Unternehmen – Wantedly bringt Kandidaten und Firmen auf ganz neue Art zusammen

Akiko Naka, Gründerin Wantedly. Die studierte Wirschaftswissenschaftlerin war vor der Gründung der Employer Branding Plattform bei Facebook Japan für die Produktentwicklung verwantwortlich.
Wantedly, Inc. / Unternehmensbeitrag

Einen Job finden, für den es sich Montags lohnt, aufzustehen – so lautet das Versprechen von Wantedly. Das junge Start-up bringt in Japan bereits sehr erfolgreich Unternehmen und potenzielle Talente zusammen und will sich mit seinem frischen Konzept nun auch in Deutschland erfolgreich etablieren. Die Besonderheit der Employer Branding Plattform: Potenzielle Kandidaten können sich gezielt vorab mit Mitarbeitern des Unternehmens online oder direkt vor Ort bei einem persönlichen Besuch austauschen. So erhalten beide Seiten einen Eindruck, ob die berühmte „Chemie“ passt.

„Das Konzept von Wantedly hat sowohl für die Kandidaten als auch für die Unternehmen große Vorteile“, glaubt Christian Walter, der für die deutschen Aktivitäten des Start-ups verantwortlich ist. „Gerade für jüngere Generationen sind das Arbeitsumfeld und die Kollegen wichtige Kriterien, sich für ein Unternehmen zu entscheiden. Wer hier mit offenen Karten spielt, gewinnt am Ende die Talente, die wirklich ins Team passen und langfristig bleiben.“ Auch die Vision eines Unternehmens und der eigene Einfluss auf das große Ganze sind wichtige Motivatoren, die oft ausschlaggebender sind als Titel oder Gehalt.

Wantedly möchte genau diesem Anspruch gerecht werden und die Herangehensweise an Personal- und Hiring-Strategien umkrempeln. “Wir denken den Prozess aus Sicht des Bewerbers und nicht des Unternehmens und sehen darin unser größtes Differenzierungsmerkmal”, fasst Walter zusammen. Klassische Jobanzeigen werden durch “Jobstories” ersetzt, der Unternehmensblog “Feed” bietet Teams die Möglichkeit, Neuigkeiten zu teilen und interessierten Kandidaten so einen authentischen Blick ins Unternehmen zu ermöglichen. “Über Storytelling erreicht man viel mehr als über stichpunktartige Aufzählungen von Zuständigkeitsbereichen: Man etabliert von Anfang an eine emotionale Bindung, man gibt dem Unternehmen und seiner Idee ein Gesicht.”

Wantedly befindet sich in Deutschland momentan noch in der Beta-Phase, der offizielle Launch der Plattform ist für Februar 2019 geplant. Bis dahin kommen monatlich weitere nützliche Tools hinzu: „Wantedly wird Unternehmen die Möglichkeit bieten, eine komplett messbare, multimediale Employer Branding Strategie aufzubauen, angefangen bei der Unternehmenspräsentation und Content-Erstellung bis hin zum Austausch mit Kandidaten in Form eines Talentpools.“

Auf diese Weise können Unternehmen in ihren Hiring-Prozessen Transparenz schaffen. „Das ist unser größtes Ziel. Beide Seiten sollen die Möglichkeit bekommen, besser zu verstehen, was sie erwartet. Denn wenn ein Kandidat eine neue Stelle unter falschen Voraussetzungen antritt, ist die Enttäuschung groß und beide Seiten befinden sich vermutlich schneller wieder im Recruiting-Prozess, als ihnen lieb ist.“

In Japan, wo Wantedly bereits seit 2012 und nun als Marktführer aktiv ist, wurde das Startup aus der Motivation heraus geschaffen, Menschen zu einem Job zu verhelfen, “bei dem ihr Herz auf der Arbeit tanzt”. Auch in Deutschland ist es für Kandidaten immer wichtiger, einen Arbeitsplatz zu finden, in dem sie sinnstiftenden Aufgaben in einem für sie attraktiven Unternehmen nachgehen können. Wantedly bietet nun erstmals die Plattform, dies zu präsentieren und nachhaltig in einen Dialog mit potentiellen Talenten und neuen Teammitgliedern zu treten.

 

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