Themen & Trends

Mai 2018 | Die Welt | Talente der Zukunft

Themen & Trends

Neue Chancen für Talente

Illustration: Iza Bułeczka
J.W. Heidtmann / Redaktion

Tech-Mittelstand sucht zunehmend im Ausland
Der Technikverband VDE hat seine 1.350 Mitgliedsunternehmen und Hochschulen zum derzeitigen Bedarf an Elektroingenieuren und IT-Spezialisten befragt. Danach befürchten 57 Prozent der Befragten, dass Unternehmen ihren Bedarf an Ingenieuren und Informatikern in den nächsten Jahren nicht ausreichend decken können. Jedes dritte Unternehmen und jede dritte Hochschule rekrutiert bereits Fachkräfte im Ausland, weil es in Deutschland nicht genügend Experten findet. Dies trifft insbesondere auf kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern (46 Prozent) und den klassischen Mittelstand bis 5000 Mitarbeitern (43 Prozent) zu.

Drei Viertel nutzen Smartphone für Jobsuche
Das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Entsprechend findet heute auch die Jobsuche überwiegend mobil statt: 76,1 Prozent nutzen dafür das Smartphone, so eine aktuelle Recruiting-Studie von meinestadt.de in Zusammenarbeit mit der Hochschule RheinMain. Sie haben PCs und Laptops als Werkzeuge der Wahl abgelöst, die auf dem zweiten Rang mit 69,9 Prozent folgen. Tablets sind mit 28,5 Prozent auch relativ stark vertreten. Die Studienautoren empfehlen Unternehmen, ihre Stellenangebote auf die verschiedenen Nutzungssituationen auszurichten und ihre Karriereseiten mobil zu optimieren.

Klima-Handwerker gesucht
Wenn Deutschland seine langfristigen Klimaziele erreichen möchte, ist die Grundvoraussetzung dafür eine umfangreiche energetische Gebäudesanierung. Hierzu fehlen laut einer Studie des Öko-Instituts 100.000 Handwerker. Pro Jahr müssten zwei Prozent der Gebäude besser isoliert und klimafreundlicher werden, so das Freiburger Institut. Dafür brauche es rund 50 Prozent mehr handwerkliche Fachkräfte für Arbeiten an Fenstern und Außenwänden sowie in der Heizungs- und Anlagentechnik.

IT-Spezialisten stark nachgefragt
55.000 offene Stellen für IT-Spezialisten registrierte Bitkom Research in einer Umfrage unter Personalern im Herbst 2017. Damit sei die Zahl der offenen Stellen für die Fachkräfte um acht Prozent gewachsen, so das Marktforschungsinstitut des Digitalverbands. 23.500 der freien Stellen entfallen auf die IT- und Telekommunikationsbranche. Darunter benötigen Software-Anbieter und IT-Dienstleister 20.800 neue IT-Mitarbeiter. Anbieter von Produkten aus den Bereichen Hardware, Kommunikationstechnik oder Unterhaltungselektronik melden 2000 freie Jobs, unter den Anbietern von Telekommunikationsdiensten sind es 700.

Abgehängt durch Digitalisierung?
Vor dem Entstehen eines „digitalen Proletariats“ und „moderner Sklaverei“ hat der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbunds DGB Reiner Hoffmann in Interviews rund um den diesjährigen 1. Mai gewarnt. Die Spielregeln für den digitalen Kapitalismus müssten grundlegend weiter entwickelt werden. So fordert Hoffmann etwa, die Tarifbindung auszuweiten. Der Fahrdienstleister Uber und andere Online-Vermittler weigerten sich aber, ihre Verantwortung als Arbeitgeber anzuerkennen. Damit müsse Schluss sein, hier sei auch der Gesetzgeber gefragt.

Talentsuche wird immer schwerer
Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal hat im 1. Quartal 2018 neue Rekordhöhen erreicht. Verglichen mit dem Vorjahr stieg die Anzahl der ausgeschriebenen Stellen deutschlandweit um 12 Prozent. Im Vergleich zum 1. Quartal 2012 zeigt sich ein beeindruckendes Wachstum von 44 Prozent. Das zeigen Analysen des StepStone Fachkräfteatlas, für den die Online-Jobplattform seit 2012 Stellenausschreibungen auf allen relevanten Online- und Print-Plattformen auswertet. Die meisten Ausschreibungen je 100.000 Einwohner verzeichnen demnach die Stadtstaaten und die südlichen Bundesländer.

Unternehmertag widmet sich jungen Talenten
Der Unternehmerverband widmet seinen großen Unternehmertag im Sommer 2018 der Frage, welche Erwartungen die junge Generation an das Berufsleben hat. Die Balance zwischen Arbeit, Familie und Freizeit werde jungen Arbeitnehmern immer wichtiger, sagte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes, der Rheinischen Post. „Insgesamt zeigt sich, dass junge Leute nicht nur Karriere wollen, sondern sich vor allem mit dem Sinn ihrer Tätigkeit identifizieren möchten.“ Der Unternehmertag findet am 9. Juli im Haus der Unternehmer in Duisburg statt.

Qualitätsmanagement in der Weiterbildung wirkt
Rund 80 Prozent aller deutschen Weiterbildungsanbieter nutzten 2017 ein Qualitätsmanagementsystem (QMS), so eine Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) mit dem Deutschen Institut für Erwachsenenbildung und der Universität Gießen. Danach gaben mehr als drei Viertel der Anbieter an, dass der Einsatz des QMS zu einer Verbesserung der Organisationsprozesse, der Transparenz organisatorischer Strukturen sowie der internen Kommunikation geführt hat. Einen höheren Lernerfolg der Teilnehmenden durch das QMS gab knapp die Hälfte der Anbieter an.