Juni 2017 | FOCUS | Talente der Zukunft

HR Digital – lässig, nicht lästig

„Geht nicht“ war gestern – „mach‘s besser“ ist jetzt! HR kann und muss Wegbereiter sein für eine erfolgreiche Transformation der gesamten Organisationsentwicklung.

Susanne Nickel, Leiterin Competence Center HR-Management Haufe Akademie
HAUFE AKADEMIE / Unternehmensbeitrag

 

Wer kennt das nicht: Feierabend, schnell das Tablet geschnappt und ab geht es in das Paralleluniversum der virtuellen Welt. Shopping-Tempel, soziale Netzwerke, Nachrichtenkanäle – wir alle konsumieren mittlerweile viel und gern online. Was wir als Kunden auf der einen Seite schätzen und fordern, sorgt auf der anderen Seite der Wertschöpfungskette für weitreichende Folgen – insbesondere dann, wenn es darum geht, ein Unternehmen erfolgreich durch die digitale Transformation zu manövrieren. Klar ist, der Unternehmenserfolg hängt letztendlich von den Mitarbeitern ab. Denn ohne sie ist kein Wandel möglich und ohne den gibt es keine Arbeitswelt 4.0, keine erfolgreiche Zukunft. Die Frage lautet also: Wer kann diesen Weg bereiten? Die Antwort: Einzig und allein HR!


Das öffnet HR-Experten einerseits völlig neue Gestaltungsspielräume. Andererseits stellt es sie aber auch vor neue, große Herausforderungen. Denn letztendlich geht es um nichts Geringeres als den Umbau der gesamten Unternehmenskultur. Je größer die Bedürfnisse von außen – also vom Kunden – desto wichtiger sind Strukturen, die schnelle Entscheidungen und Innovationen begünstigen. Nur so kann man in angemessenem Tempo auf Veränderungen am Markt reagieren. Das Prinzip der Agilität ersetzt Langfristpläne.


HR kann hier den Stein ins Rollen bringen, indem Verantwortungsbereiche weg vom Vorgesetzten hin zum Mitarbeiter verlagert werden. So werden Entscheidungen nicht mehr über mehrere Hierarchieebenen hinweg getroffen und Ergebnisse deutlich schneller sichtbar.


Zudem sollten HR-Verantwortliche sich das berühmte „Think Big“ des Silicon Valley abgucken. Gemeint ist die Methode des Design-Thinking der großen amerikanischen Player. Dort werden Arbeitnehmer von ihren Vorgesetzten angeleitet, völlig frei zu denken. Wie lässt sich aus einem guten Produkt eine Dienstleistung oder aus einem vorhandenen Tool ein noch besseres machen? Wie könnte man sich einem definierten Ideal unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich annähern? Großmeister darin war sicher Apple CEO Steve Jobs. „Trial and Error“ war seine Devise, Mitarbeiter brauchen Lust am Experimentieren. In der Transformation obliegt es HR, das entsprechende Bewusstsein in den Köpfen der Manager und Mitarbeiter zu schaffen. Natürlich nur bis zu einem gewissen Punkt. Man muss immer noch wissen, wann es sich nicht mehr lohnt, eine Idee weiter zu verfolgen. Für diese Transformation braucht es neue Arbeitsplatzkonzepte. Innovative und agile Teamstrukturen müssen aufgebaut werden, die die neue Entscheidungsfindung unterstützen. Gleichzeitig muss sich auch die Arbeitsumgebung verändern. Denn größtmögliche Kreativität braucht ein Umfeld, in dem man sich wohlfühlt – gerade, wenn der Arbeitsdruck oder die Anforderungen zunehmen. Auch hier lohnt ein Blick ins Silicon Valley.

 

Die Bandbreite an Herausforderungen, denen sich HR im Rahmen der digitalen Transformation stellen wird, ist groß. Dafür braucht es Mut und Durchsetzungsstärke. Am Anfang stehen die Analyse des eigenen HR-Standorts in der digitalen Transformation und weitere wichtige Entscheidungen: Will ich diesen mitunter steinigen Weg mit meinem Unternehmen gehen? Verfüge ich über die nötigen (Steuerungs-)Kompetenzen? Erst bei positiven Antworten kann der Change Process mit vollem Einsatz und Erfolg gestaltet werden.

 

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