Die entscheidenden Risiken richtig auslagern

Oktober 2018 | Wirtschaftswoche | Risikomanagement

Die entscheidenden Risiken richtig auslagern

Interview mit Marc Zinkel, Head of Managed Services, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Marc Zinkel, Head of Managed Services, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft / Unternehmensbeitrag

Welche Risiken sichern Unternehmen durch Managed-Service-Lösungen ab?
Aus Sicht von KPMG gibt es drei wesentliche Bereiche, in denen wir entsprechende Entwicklungen beobachten. Den ersten Bereich bilden die klassischen Compliance- und Regulatorik-Risiken, in dem vermehrt ausgelagerte Global Mobility-,Finanz-, Reporting- und Steuerfunktionen als Service erbracht werden. Als zweites sind stark zunehmende und hochdynamische Risiken im Bereich Cyber, Law und CRM zu nennen. Der dritte Bereich umfasst die klassischen Governance-Funktionen selbst, vor allem Risiko- und Compliance Management sowie die Innenrevision.
 

Worin besteht die Risikoabsicherung konkret?
Dienstleister übernehmen bei Managed Services Funktionen, Teilfunktionen oder auch einzelne Prozesse zur Risikoabsicherung für den Kunden. Durch die Auslagerung an einen Spezialisten können substanzielle Risiken aus Regulatorik und Compliance minimiert werden. Weiterhin liegt der Fokus auf der strukturellen Risikominimierung, die sich z.B. aus Fachkräftemangel, Demografie oder Digitalisierung ergibt. Auch die Minimierung der finanziellen Risiken aus der Kerngeschäftstätigkeit liegt im Aufgabenfeld.
 

Gehen Unternehmen grundsätzlich nicht ein höheres Risiko ein, wenn sie Prozesse und Funktionen an einen Dienstleister auslagern?
Aus meiner Sicht bedeutet Auslagerung nicht automatisch ein höheres Risiko für Unternehmen. Die Auswahl eines zuverlässigen Dienstleisters ist genauso wichtig wie die Abwägung der finanziellen und qualitativen Ziele. Die Auslagerung von komplexen und sehr dynamischen Sachverhalten,  die nicht zum Kerngeschäft gehören, an Spezialisten minimiert in der Regel Risiken. Zudem verfügen professionelle Dienstleister für Managed Services über bewährte Steuerungs- und Kooperations-Instrumente, die die Transaktionsrisiken sehr gut kontrollierbar machen.

 

Was sind demnach die Erfolgsfaktoren bei der Auslagerung in Managed Service Modelle?
Ganz wichtig ist es, das optimale Auslagerungsmodell zu finden. Das heißt, die Überlegung liegt darin, eine Teilfunktion oder die Gesamtfunktion an einen Dienstleister auszulagern oder ein Co-Sourcing-Modell einzugehen, in dem man mit dem Dienstleister ergänzend die Funktionsleistungen erstellt. Der zweite Erfolgsfaktor bezieht sich auf den architektonischen Aufbau des Services. Hierbei spielen die interdisziplinäre Zusammenstellung des Services, der Zugriff auf Eco-Systeme und der Automatisierungsgrad der Prozesse eine wesentliche Rolle. Als Drittes – und besonders wichtig – ist der Partnerschaftsgedanke. Optimale Qualität und  Agilität im gegebenen finanziellen Rahmen lassen sich nur partnerschaftlich erreichen.  

 

Wie kann KPMG Unternehmensentscheider im Hinblick auf Managed Services besonders unterstützen?
Wir unterstützen Unternehmen im Entscheidungsprozess und übernehmen Services in unseren Kompetenzfeldern, insbesondere in den Funktionsbereichen Steuern, Finanzen, Global Mobility, Cyber, Lizenz- und  Vertragsmanagement sowie Governance. Uns zeichnet dabei insbesondere aus, dass wir die relevante Fachexpertise mit unserer Risiko- und Compliance-Kompetenz verbinden. Diese Kompetenz kombinieren wir mit Data Analytics-, System- und Partnerlösungen, um unseren Kunden einen optimalen Service anzubieten. Durch unsere speziell ausgebildeten Prozessingenieure und unsere Delivery Centers erreichen wir eine außergewöhnlich schnelle Einsatzbereitschaft.

 


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