eIDAS-Fernsignaturen: Turbo für digitale Plattformen

August 2018 | Capital | Finance 4.0

eIDAS-Fernsignaturen: Turbo für digitale Plattformen

Die fortschreitende Digitalisierung der Geschäftsprozesse im B2C- und B2B-Bereich erhöht den Bedarf an verbindlichen und rechtsgültigen elektronischen Unterschriften deutlich.

Ingmar Besch, Key-Account-Manager beim Bank-Verlag
Bank-Verlag / Unternehmensbeitrag

Egal ob Konto- und Depoteröffnung, der Abschluss eines Kreditvertrags oder einer Versicherung – auch in der Finanzwelt bevorzugen Kunden immer öfter den digitalen Weg. Allerdings gibt es hier ein großes Aber. Denn wer sich für den Online-Antrag entscheidet, will hinterher nicht alles ausdrucken, unterschreiben und auf dem Postweg an sein Finanzinstitut oder die Versicherung schicken müssen. Und auch andere Ident-Verfahren, die einen Medienbruch beinhalten, sind nicht nur für den Kunden ärgerlich, sondern schmälern ebenso die digitalen Erfolgsaussichten für die Unternehmen. Was die Finanzbranche also braucht, sind einfache, medienbruchfreie Prozesse für das Onboarding und die Signaturerstellung – und zwar ohne zusätzliche Hardware-Erfordernisse für den Kunden. Das ist aber nur ein Aspekt, denn natürlich muss sich ein eIDAS-konformer Fernsignaturservice auch vollständig in bestehende Anwendungen und Portale integrieren lassen.

BANKEN SORGEN FÜR DURCHBRUCH DER QUALIFIZIERTEN SIGNATUR

Besonders Banken können auf Basis der eIDAS-Verordnung der qualifizierten Signatur zum Durchbruch verhelfen. Denn im Gegensatz zu anderen Wettbewerbern sind Banken und ihre Kunden bereits heute mit der notwendigen Infrastruktur zur Nutzung von Fernsignaturen ausgestattet. Zum einen verfügen Banken über Kunden, die nach den Anforderungen des Geldwäschegesetzes identifiziert sind, sodass diese Daten für die Registrierung und Ausstellung des Zertifikats genutzt werden können. Zum anderen verwenden Bankkunden bereits heute im Rahmen des Online-Bankings Zwei-Faktor-Authentifizierungsverfahren, die höchsten regulatorischen Anforderungen genügen und für die Authentifizierung beim Auslösen der eIDAS-Fernsignatur genutzt werden können. Damit wird die Signaturerstellung aus Sicht des Kunden so einfach wie eine Online-Banking-Transaktion. Und da im Fall unserer Lösung die Erstellung der rechtsgültigen eIDAS-Signatur sowie die Generierung und Verwaltung der notwendigen Signaturschlüssel und Zertifikate in der hochsicheren Umgebung des Bank-Verlag-Trustcenters erfolgen, kann die Fernsignatur mit geringem Aufwand in bestehende Portale und mobile Anwendungen integriert werden.

EINSATZMÖGLICHKEITEN NICHT AUF BANKENSEKTOR BESCHRÄNKT

Darüber hinaus werden wir als Bank-Verlag eIDAS-konforme qualifizierte elektronische Siegel sowie im Rahmen der Payment Service Directive 2 (PSD2) auch Client-Zertifikate zur Authentifizierung eines Unternehmens gegenüber der Bank anbieten. Dafür wollen wir im Verlauf dieses Jahres die Zulassung durch die Bundesnetzagentur beziehungsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie als qualifizierter Vertrauensdienstanbieter gemäß eIDAS bekommen. Da das Projekt aber bereits ab der Konzeptionsphase sehr eng von einer eIDAS-Konformitätsbewertungs- und einer CC-Evaluierungsstelle begleitet wurde, sollte der Zulassung in diesem Jahr nichts mehr im Wege stehen.

Damit und auf Basis des modularen Ansatzes von eIDAS-Vertrauensdiensten bleiben die Einsatzmöglichkeiten nicht auf den Bankbereich beschränkt. Dank der einfachen Integration der Lösung können zum Beispiel Digital-Identity-Plattformen ihren Nutzern nicht nur die Identität bestätigen, sondern auch verbindliche und rechtsgültige Abschlüsse ermöglichen. Neben Lösungen für Endkunden haben Unternehmen damit die Möglichkeit, auch interne Prozesse und Abläufe zu digitalisieren sowie die Geschäftsvorfälle zwischen Unternehmen zu optimieren. Somit eröffnen sich neue, für den Kunden Nutzen stiftende Kooperationen.

Worauf sich unsere Kunden außerdem verlassen können: Bei der Konzeption unseres eIDAS-Vertrauensdienstes stand neben dem hohen Sicherheitsstandard besonders die Flexibilität der Nutzung bei Serviceanbietern und bei Endnutzern im Vordergrund.


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