Zukunftsfähig mit Wirtschaft 4.0 – die Ausgangslage in Sachsen-Anhalt ist gut

November 2017 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Zukunftsfähig mit Wirtschaft 4.0 – die Ausgangslage in Sachsen-Anhalt ist gut

IMG-Geschäftsführer Einsfelder: Rasches Wachstum der IT-Branche und zielgenaue Landesförderung treiben die Digitalisierung voran

Cloud-Rechenzentrum der T-Systems in Biere
Sachsen-Anhalt / Unternehmensbeitrag

„Das ist heute kaum absehbar, aber es wird unglaublich cool. Wir werden in fünf Jahren mit Dingen arbeiten, von denen wir heute nicht zu träumen wagen. Und genau das ist auch Ansporn für uns immer weiter zu arbeiten, diese neuen Dinge zu entdecken ist so spannend und wir haben eine Menge Spaß dabei.“

Antwortet Lars Bendler, Geschäftsführer der LINTRA Solutions GmbH, aus Magdeburg auf die Frage, wohin uns denn die digitalen Technologien in fünf Jahren gebracht haben werden.

Das Unternehmen digitalisiert Prozesse und hilft Unternehmen effizienter zu werden in der digitalen Welt. Die Kunden von LINTRA kommen aus der Automobilindustrie, aus dem medizinischen Bereich, aus der Medienbranche. Bundesweit und über die Landesgrenzen hinaus in Italien, Österreich, der Schweiz, England, in den USA, auch in Kanada und Thailand hat LINTRA rund 350 Kunden von mittelständischen Unternehmen bis DAX-30-Konzernen. Bendler sieht die Digitalisierung als den kritischen Erfolgsfaktor für Unternehmen heutzutage. „Wir müssen bei all den Digitalisierungsthemen mehr über Lösungen sprechen, als über Technologien. Es ist heute effizienter, 15 Altsysteme abzuschalten und durch ein einzelnes zu ersetzen. Das ist das Potential von Digitalisierung.“

Den digitalen Wandel zu meistern, gehört deshalb zu den größten Herausforderungen, vor denen die Unternehmen, aber auch die Wirtschaftspolitik stehen. Dennoch hängen deutsche Unternehmen im europäischen und internationalen Vergleich bei der Adaption und Nutzung solcher Lösungen immer noch hinterher. Dabei ist die Ausgangslage gut. Auch in Sachsen-Anhalt. Zu nennen ist hier beispielsweise das rasche Wachstum der IT-Branche, zu deren Treibern etwa 350 innovative mittelständische Unternehmen gehören, die das Land für die Zukunft programmieren. So wie die Alfahosting GmbH. Der IT-Spezialist aus Halle (Saale), bietet Dienstleistungen rund um das Internet an und gehört inzwischen zu den TOP 7 der Webhosting-Unternehmen in Deutschland.

Getrieben wird das Wachstum der IT-Branche auch von Global Playern, wie DELL und IBM. Oder von T-Systems, der Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom, die in Biere vor den Toren der Landeshauptstadt Magdeburg, das größte deutsche Data Center gebaut hat und dafür sorgt, dass Cloud-Computing-Kunden störungsfreien und vor allem sicheren Zugriff auf ihre Unternehmensdaten haben.

Für Thyssen Krupp Presta ist ihre sachsen-anhaltische Pilotanlage in Schönebeck einer von vielen Schritten zu mehr Zukunftsfähigkeit. Produziert werden hier nicht nur Lenkungskomponenten für die Autoindustrie, sondern auch Daten für die Wolke – und das in Echtzeit. Während der Produktion werden mehrere hundert Messdaten aufgezeichnet und von einer spezialisierten Software in einer Cloud sortiert und analysiert. Damit lassen sich Rückschlüsse auf das Zusammenspiel und die Auswirkungen der verschiedenen Prozessschritte ziehen. „Unsere Produktion wird somit wesentlich effizienter und flexibler”, sagt Thyssen Krupp Geschäftsführer Sascha Singer. „Zudem lassen sich Fehler sofort erkennen und korrigieren. Die Wahrscheinlichkeit, dass fehlerhafte Produkte das Werk verlassen, geht gegen Null.“

Um die Wirtschaft bei der „vierten industriellen Revolution“ zu unterstützen, hat die sachsen-anhaltische Landesregierung eine Digitale Agenda erarbeitet, in deren Vordergrund die Sicherstellung einer zukunftsfähigen Breitbandversorgung und die Vernetzung der Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen für die Wirtschaft 4.0 stehen. Und nicht zuletzt hat die Landesregierung ihre Förderung neu ausgerichtet: die Förderung für Forschung und Entwicklung, mit der digitale Innovationen sowie die Anpassung bestehender und Entwicklung neuer Geschäftsmodelle finanziert werden können, und die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“, die für digitale Technologien geöffnet worden ist und damit attraktive Anreize zur Investition in Sachsen-Anhalt bietet.

„Der digitale Wandel ist eine der wichtigsten Stellschrauben für mehr Innovation und Wirtschaftswachstum. Sachsen-Anhalt ist dafür gut aufgestellt“, ist Thomas Einsfelder, Geschäftsführer der landeseigenen Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH (IMG) überzeugt. Ein Beleg für die gute Ausgangslage sind auch die Ansiedlungserfolge, die die IMG im ersten Halbjahr 2017 erzielen konnte.
 

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