Transformation für die erfolgreiche Neupositionierung von Unternehmen

November 2018 | Wirtschaftswoche | Economy 4.0

Transformation für die erfolgreiche Neupositionierung von Unternehmen

Interview mit Ioannis Tsavlakidis

Ioannis Tsavlakidis, Bereichsvorstand Consulting, KPMG AG Wirtschaftsprüfungs- gesellschaft
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft / Unternehmensbeitrag

Herr Tsavlakidis, was sind Auslöser für Ihre Kunden, Transformationsprojekte umzusetzen?
Auslöser für Transformationsprojekte sind externe Einflüsse, die Reaktionen erfordern, um weiterhin erfolgreich zu sein – unabhängig vom Unternehmensbereich. Das heißt, die Projekte sind Reaktionen auf sich wandelnde Marktverhältnisse oder die Annahme, dass ein Wandel bevorsteht. Die externen Einflüsse sind vielfältig: Auf der einen Seite neue Möglichkeiten wie künstliche Intelligenz, Industrie 4.0 oder Big Data und damit einhergehende Veränderungen der Wettbewerbsbedingungen. Auf der anderen Seite große Megatrends wie die immer stärker werdende Individualisierung, der demografische Wandel oder die allgegenwärtige Digitalisierung. Diese Faktoren lassen sich jedoch nicht isoliert betrachten, sondern bedingen und verstärken sich gegenseitig.
 

Welche Herausforderungen und Chancen sehen Sie im Zusammenhang mit digitaler Transformation?
Eine Transformation ist nicht nur eine Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, sondern auch eine grundlegende Veränderung, die sich auf alle Aspekte der Organisation auswirkt. Darin liegt meiner Meinung nach die größte Herausforderung. Die Komplexität eines Transformationsprojektes wirkt sich in vielerlei Hinsicht aus: Sie bindet über einen längeren Zeitraum Kapazitäten, die nicht für das laufende Tagesgeschäft zur Verfügung stehen und erfordert aufgrund der Vielzahl an Abhängigkeiten äußerst umfangreiche Planung und professionelles Change Management.

Obwohl Transformationsprojekte komplexe und entsprechend kostenintensive Vorhaben sind, bieten sie langfristig großes Potenzial zur Kostensenkung und Produktivitätssteigerung, insbesondere auf operativer Ebene. Durch die Schaffung digitaler Prozessdurchgängigkeit werden Produktentwicklungszyklen verkürzt, der Innovationsgrad erhöht und Kunden stärker in den Entstehungsprozess eingebunden. Das stärkt langfristig die Bindung. Zudem ermöglichen Transformationsprojekte, einen grundlegenden Kultur- und Wertewandel hin zu einem innovativen, attraktiven Unternehmen zu vollziehen und somit die Anziehungskraft auf Kunden als auch Mitarbeiter zu erhöhen.

Was müssen Unternehmen, die eine Transformation planen, in jedem Fall beachten?
Die zentrale Voraussetzung ist meiner Erfahrung nach ein klares Zielbild. Ist dieses präzise ausformuliert, lassen sich daraus die wesentlichen nächsten Schritte ableiten. Gleichzeitig fördert es die Transparenz und das gemeinsame Verständnis der geplanten Änderungen. Das Zielbild ist zugleich Voraussetzung für die strategische Ebene. Darüber hinaus stellt eine integrative Roadmap, unter Berücksichtigung interner und externer Akteure, die wichtigste Voraussetzung auf operativer Ebene dar. Sie enthält wesentliche Meilensteine und bildet den Rahmen zur Umsetzung des Vorhabens.
 

Wie unterstützen Sie Ihre Kunden bei Transformationsprojekten?
Wir bieten einen interdisziplinären Ansatz, der alle Aspekte einer Transformation berücksichtigt und sich individuell an den Herausforderungen der Kunden orientiert. Wichtig ist, dass wir gemeinsam mit unseren Kunden das Zielbild entwickeln und zugleich operationalisieren. Dabei verknüpfen wir Prozessthemen mit Data Analytics und Cyber Security, um bei aller Effizienzerhöhung auch potenzielle Risiken zu minimieren. Hierbei profitieren unsere Kunden von der Expertise des globalen KPMG-Netzwerks hinsichtlich steuerlicher, rechtlicher und prüferischer Herausforderungen.



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