»Digitalisierung braucht offene Standards«

Mai 2019 | Wirtschaftswoche | Bauen & Wohnen der Zukunft
Alexa – die Nachrichten!
Die Redaktion befragt Akteure zu neuen Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt.
Mai 2019 | Wirtschaftswoche | Bauen & Wohnen der Zukunft

»Digitalisierung braucht offene Standards«

Gunther Wölfle / Geschäftsführer; buildingSMART Deutschland

Bei buildingSMART werden diese Standards erarbeitet – und das seit nunmehr 24 Jahren. Der non-profit-Verband ist weltweit organisiert und aktiv, in Deutschland ist er als eingetragener Verein organisiert. Annähernd 500 Mitglieder aus allen Bereichen der Wertschöpfungskette Bau engagieren sich bei buildingSMART Deutschland für offene, herstellerneutrale Standards für den Austausch von Informationen zwischen Softwareprodukten, die das digitale Planen, Bauen und Betreiben von Bauwerken ermöglichen. Offene, herstellerneutrale Standards sind ein wesentliches Element, damit der „digitale Zwilling“ eines Bauwerks entstehen kann. Denn (auch) an diesem arbeiten viele mit: Architekten, Fachplaner, Ingenieure, die bauausführenden Gewerke und all jene, die den Betrieb des Bauwerkes verantworten sowie der Bauherr und die Nutzer selbst. Sie alle können dank digitaler Techniken und Werkzeuge daran mitwirken, dass Bauwerke effizient, nutzergerecht, zeit- und kostengetreu geplant, gebaut und betrieben werden können.
 

www.buildingSMART.de

Mai 2019 | Wirtschaftswoche | Bauen & Wohnen der Zukunft

»Immobilien müssen zukunftsfähig modernisiert werden«

Jan Peter Hinrichs / Geschäftsführer; Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle BuVEG

Gebäude sollten in der Zukunft möglichst wenig Energie verbrauchen, nicht nur mit Blick auf den Klimaschutz. Ein geringer Energieverbrauch für das Heizen macht zudem unabhängig von schwankenden Energiepreisen. Die Investition in eine energieeffiziente Gebäudehülle mit modernen Fenstern, sinnvoll gedämmten Decken, Dächern und Wänden sowie qualitativ hochwertigem Baumaterial (Steine, Putze, Farben) zahlt sich also langfristig aus. Auch bei dem Einsatz von erneuerbaren Energien ist eine energieeffiziente Gebäudehülle unerlässlich, da diese Heizsysteme meist mit niedrigeren Temperaturen arbeiten und somit ein zugiges Fenster oder schnell auskühlende Wände das Wohlgefühl in den eigenen vier Wänden gefährden. Bei einer geplanten Sanierung ist es sinnvoll, einen Energieberater als Experten miteinzubeziehen. Neben der professionellen Erfassung des energetischen Zustands des Hauses kann er den „Individuellen Sanierungsfahrplan“ erstellen, einen nach den persönlichen Bedürfnissen konzeptionierten Maßnahmenplan, und zu Fördermöglichkeiten beraten.
 

www.buveg.de

Mai 2019 | Wirtschaftswoche | Bauen & Wohnen der Zukunft

»SmartHome ist das neue Hauspersonal«

Günther Ohland / Vorstandsvorsitzender; SmartHome Initiative Deutschland e.V.

Die Zeit, als SmartHome aus Freude an der Technik angeschafft wurde, ist vorbei. Die neuen Käufer interessieren sich nur für den Nutzen: Welche Arbeit können die smarten Assistenten übernehmen, wie können sie die häusliche Sicherheit verbessern, die Heizenergiekosten senken und gerade bei Senioren, dafür sorgen, dass man länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben kann? Hersteller und Dienstleister geben heute die richtigen Antworten. Um Rollläden, Licht und Raumtemperatur kümmert sich die regelbasierte SmartHome-Zentrale selbstständig. Rasen und Fußböden pflegen Roboter. Der Rest funktioniert auf Zuruf, wie ehemals das Haupersonal: Aus „Johann – die Zeitung“ wird nun „Alexa – die Nachrichten“. Aus „Minna – ziehen Sie die Vorhänge zu“ wird „Google – fahre das Rollo im Wohnzimmer herunter“. Und wie früher beim Hauspersonal ist man sich nicht sicher, ob es Interna weitergibt. Schließlich stehen Butler und Alexa irgendwo schweigend und lauschend im Raum und warten auf Befehle.


www.smarthome-deutschland.de